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Liebe Mitglieder und Freunde des Zimbabwe Netzwerks,
wir möchten Euch/Sie auf eine Online-Veranstaltung von Shari Eppel hinweisen. Sie findet 2 Tage vor unserer Veranstaltung (6.11.) am 4. 11. statt, der auch als Vorbereitung für unsere Diskussion dienen kann.

Shari Eppel schreibt dazu:

Für den Fall, dass eines Ihrer Mitglieder Interesse hat, füge ich einen Flyer für einen Vortrag bei, den ich am 4. November halten werde und für den sich, so glaube ich, jeder anmelden kann. Er findet um 12 Uhr mittags amerikanischer Zeit (CST) statt, die, wie ich glaube, 6 Stunden hinter der deutschen Zeit liegt, so dass es am 4. November 18.00 Uhr wäre. Ich werde über unsere Erfahrungen hier in Simbabwe sprechen, insbesondere im Zusammenhang mit den Exhumierungen und Umbettungen, und auch darüber, wie unsere Erfahrungen in den USA relevant sein könnten, da sie sich für Gerechtigkeit in Bezug auf ihre eigene Vergangenheit in Bezug auf Menschenrechtsverletzungen einsetzen.

Mit Klick auf das Bild (unten) könnt ihr euch zum Online-Vortrag anmelden.

 

MiEppel flyer IGI Lecture Series

 

Ahaus. Die frischgebackene Friedenspreisträgerin des Deutschen Buchhandels, die Autorin Tsitsi Dangarembga aus Simbabwe, war zu Gast in Ahaus und hat ihre Bücher in der Stadthalle vorgestellt.


Von Elvira Meisel-Kemper                                 Samstag, 30. Oktober 2021

Tsitsi 30 10 21

Autorin Tsitsi Dangarembga war in Ahaus zu Gast. Meisel-Kemper

Von September bis Mitte November ist Tsitsi Dangarembga, frisch gekrönte Preisträgerin des Deutschen Buchhandels des Jahres 2021, auf Lesereise in Deutschland unterwegs. Die Stadt Ahaus, das aktuelle Forum VHS Ahaus, die Deutsch-Simbabwische Gesellschaft, die evangelische Christusgemeinde und der Evangelische Kirchenkreis Steinfurt-Coesfeld-Borken hatten sie zwischen den Stationen in großen Städten ins beschauliche Ahaus eingeladen.

Nachmittags trug sie sich nach einer herzlichen Begrüßung durch Bürgermeisterin Karola Voß ins Goldene Buch der Stadt im Rathaus ein. Abends stand sie bei einem Gespräch in der ausverkauften Stadthalle VHS-Leiter Dr. Nikolaus Schneider und Kerstin Hemker (Deutsch-Simbabwische Gesellschaft) Rede und Antwort.

Musikalische Sensibilisierung

Die Weltmusiker Rhani Krija (Percussion) und Njami Sitson (Gesang) sensibilisierten die Besucher für den Abend. Schauspielerin Carola von Seckendorff las aus Tsitsi Dangarembgas autobiografischen Romanen „Aufbrechen“ (1988) und „Überleben“ (2018).

„Es ist mir wichtig, nicht nur über mich selbst zu berichten sondern wie die Menschen sind“, relativierte Dangarembga die Bezeichnung „autobiografisch“. Dangarembga ist nicht nur Schriftstellerin, sondern auch Dramaturgin und Filmemacherin. Sie gründete verschiedene Organisationen, um filmschaffende Frauen in Afrika zu unterstützen und zu fördern.

Erster Frauenroman in Afrika

Tsitsi Dangarembga lebte beim Fall der Mauer in Berlin. „Deutschland hat sich der Welt geöffnet“, war ihre Beobachtung der Veränderung seit der Wiedervereinigung. Kerstin Hemker leitete mit einer kurzen Einführung zum ersten Roman „Aufbrechen“ von Dangarembga über. Dies war 1988 der erste Frauenroman in Afrika. Darin beschreibt die Autorin den zähen Kampf des Mädchens Tambu um Bildung und Anerkennung. Tambu wächst in kleinbäuerlichen Verhältnissen auf. Ihr Bruder darf zur Schule gehen, sie nicht. Erst als ihr Bruder stirbt, darf sie seinen Platz in der Schule einnehmen.

Es ist für das Mädchen ein Quantensprung, der sie ihrer Herkunft entfremdet.

In ihre Beschreibung des Lebens von Tambu ließ die Autorin die Bildungsmöglichkeiten im damaligen Rhodesien einfließen. „Es gibt so viele Facetten in diesem Buch. Die Kolonialisierung ist ein großes Trauma“, ergänzte die Autorin. „Für schwarze Kinder gab es lange Jahre die Bantu-Bildung. Sie lernten Schreiben und Rechnen, mehr nicht. Nach der Unabhängigkeit 1980 wurde das Schulgeld abgeschafft, damit alle Kinder zur Schule gehen konnten, und mit der Schulsteuer wiedereingeführt. Das können sich viele Familien für die Mädchen nicht leisten“, so die Autorin

Die Emanzipation der Frau durch Bildung und Selbstbestimmung werde durch die Kirchen überhaupt nicht gefördert. „Charismatische Kirchen verschlimmern das noch. Achtjährige Mädchen werden verheiratet“, so Dangarembga.

Der Band „Überleben“ bestätigte die Aussichtslosigkeit der Frauen im wirtschaftlich gebeutelten Simbabwe zusätzlich. Tambu ist in diesem Buch 40 Jahre alt, lebt in Harare, ist vereinsamt, verbittert und arbeitslos.

Auch das berührte die Besucher, die hochinteressiert der dreistündigen Veranstaltung aus Musik, Lesung und Interview folgten.

Am Ende stand begeisterter Applaus für die Preisträgerin.

Tsitsi DangarembgaAufbrechen und Überleben

Friedenspreisträgerin 2021 Tsitsi Dangarembga in Ahaus

Die Schriftstellerin und Filmemacherin Tsitsi Dangarembga erhält am 24. Oktober den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. Seit Jahrzehnten engagiert sie sich für Demokratie und gesellschaftliche Teilhabe aller Frauen in ihrem Heimatland Simbabwe. Im Mittelpunkt der Abendveranstaltung stehen ihre Romane „Aufbrechen“ (original: „Nervous conditions“, 1988) und „Überleben“ (original: „This mournable Body“, 2018).

Moderation: Kerstin Hemker und Nikolaus Schneider

Lesung: Carola von Seckendorff

Musik: Rhani Krija und Njamy Sitson

Donnerstag, 28. Oktober, 19:30 Uhr

Ahaus, Stadthalle im Kulturquadrat

Eintritt: 15,-/10,- Euro

Kartenvorverkauf: ab Freitag 24.9.2021 unter www.reservix.de sowie bei Ahaus Marketing & Tourismus und an zahlreichen weiteren Vorverkaufsstellen

 

Sie gilt als wichtigste Stimme für Gleichberechtigung und gesellschaftliche Teilhabe in Simbabwe: die Schriftstellerin und Filmemacherin Tsitsi Dangarembga erhält am 24. Oktober den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. Auf ihrer anschließenden Lesereise kommt sie am Donnerstag, 28. Oktober nach Ahaus. Im Mittelpunkt der Veranstaltung in der Stadthalle im Kulturquadrat (Beginn: 19:30 Uhr) stehen ihre beiden Romane „Aufbrechen“ (original: „Nervous conditions“, 1988) und „Überleben“ (original: „This mournable Body“, 2018), Teil 1 und 3 einer Trilogie. Sie erzählen die Geschichte der jungen Shona-Frau Tambu, der nur durch einen Zufall den Weg aus einer Dorfgemeinschaft auf eine Missionsschule und später an die Universität gelingt. Trotz des Bildungsaufstiegs ist der gesamte Lebensweg geprägt durch teils offene, teils unterschwellige Diskriminierung. Tambu pendelt beständig zwischen den Polen Anpassung und Entfremdung. Der Entwicklungsroman macht ein Spannungsfeld erfahrbar, das für alle postkolonialen Gesellschaften typisch ist. Tsitsi Dangarembgas Leben selbst ist eine Biographie, die genau diesen Spannungen ausgesetzt ist. Neben dem Gespräch mit der Autorin werden Auszüge aus beiden Romanen von Schauspielerin Carola von Seckendorff  (Münster) vorgetragen. Musikalische Akzente setzt Rhani Krija (Köln) und Njamy Sitson (Augsburg). Die Moderation liegt bei Kerstin Hemker und Nikolaus Schneider.

Veranstalter des Abends sind die Stadt Ahaus, die Evangelische Christus-Kirchengemeinde, das aktuelle forum VHS mit freundlicher Unterstützung durch Lesezeit Ahaus, den Evangelischen Kirchenkreis Steinfurt-Coesfeld-Borken sowie die Deutsch-Simbabwische-Gesellschaft.

Karten für 15,-/10,- Euro sind im Vorverkauf erhältlich ab Freitag 24.9.2021 unter www.reservix.de sowie bei Ahaus Marketing & Tourismus und an zahlreichen weiteren Vorverkaufsstellen.

 

 

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