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Wie in den meisten afrikanischen Ländern wurden auch in Simbabwe bereits nach den fünf ersten bestätigten Corona-Fällen Ende März drastische Lockdown-Maßnahmen getroffen, um eine exponentielle Ausbreitung des Corona-Virus zu vermeiden. Zivilgesellschaftliche Organisationen prangern die Brutalität, mit der die Regierung Simbabwes versuchte, diesen Lockdown in einem dafür sowohl sozial als auch ökonomisch wenig darauf vorbereiteten Umfeld durchzusetzen. Polizei und Militär wurden eingesetzt und scheinbar mit unbegrenzten Befugnissen ausgestattet. Menschenrechtsverletzungen waren und sind in verschiedensten Städten des Landes zu beklagen.

Mehr als zwei Monate nach dem Lockdown hat sich die Situation sozial und ökonomisch weiter verschlechtert. Die Regierung nutzt die Corona-Krise, um gegen die größte Oppositionspartei MDC massiv vorzugehen und sie zu zerschlagen. Um die ohnehin schon schwer angeschlagene Ökonomie des Landes wieder anzukurbeln hat die Regierung am 1. Mai ein Konjunkturpaket in Höhe von 18 Milliarden Z$ (360 Millionen US$) angekündigt. Aus zivilgesellschaftlichen Kreisen wurde vielfache Kritik an diesem Programm geäußert. Dieser Artikel will darauf eingehen und den Kontext erläutern, in dem so ein Konjunkturprogramm notwendig wurde.

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20 06 06 BildGokwe SchutzmaskenGlücklich konnte Bischof Rudolf Nyandoro in der katholischen Diözese  Gokwe/Simbabwe in dern vergangene Woche eine Sendung mit 7000 Schutzmasken und 130 Flaschen Desinfektionsmittel in Empfang nehmen Zugleich übersandte er über Whatsapp die Mitteilung: „Thank you so much for your generosity“.

Auf dem Bild Bischof Nyandoro und Schwestern der Diözese beim Betrachten der gelieferten medizinischen Hilfsgüter.

Die Deutsch-Simbabwischen Gesellschaft (DSG) mit Sitz in Rheine hatte um Spenden gebeten, nachdem Bischof Nyandoro, der frühere Leiter des Lehrerseminars in Bondolfi in der Provinz, einen Hilferuf für medizinische Hilfsgüter an die DSG geschickt hatte. Der Aufruf über den Verteiler der DSG hatte besonders bei den Mitgliedern der DSG im Münsterland unter dem Stichwort  „Gokwe Schutzmasken“ in kurzer Zeit so viel Spenden überwiesen wurden, dass die Schutzmasken und Desinfektionsmittel gekauft werden konnten. Die Rechnung an die DSG konnte dann von Deutschland aus bezahlt werden. Die jüngste Lieferung nach Gokwe ist bereits die dritte erfolgreiche Aktion, nachdem  auch das  Missionswerk in  Bondolfi und die Stadtverwaltung von Masvingo beliefert werden konnte. Auch diesmal erfolgte der Versand gewohnt zuverlässig durch eine Pharma-Firma in der Hauptstadt Harare, berichtete der Präsident der DSG Pfarrer Dr. Reinhold Hemker. Auch seien bei solchen Aktionen auch immer wieder Mitglieder des Partnerschaftskomitees des Kirchenkreises Steinfurt/Coesfeld/Borken beteiligt. Der Kirchenkreis hat eine Partnerschaft mit der Ost-Diözese der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Simbabwe. Das vom Kirchenkreis Steinfurt/Coesfeld/Borken geförderte wichtige Schulausprojekt an der Martin-Luther-Sekundarschule in Burure, die auch von vielen katholischen Schülerinnen und Schülern besucht wird, ist in dem Gebiet der Diözese Gokwe. Allen Spendern wird hiermit auch der Dank der Betroffenen in Simbabwe vermittelt. R. Hemker verweist auch darauf, dass die Erlöse der nächsten großen Ausstellung bei Naturagard in Ibbenbüren-Dörenthe auch wieder für Projekte der Partner in Simbabwe sind. Die Ausstellung findet vom 11.Juni- 19.Juli 2020 statt. Sie ist jeweils von 9.00 – 18.00 Uhr geöffnet. Anfragen können gerichtet an:
buergerbuero-hemker@unitybox.de, Tel.: 01712658989.
Das Spendenkonto für die Hilfsprojekte in Simbabwe ist bei der Kreissparkasse Steinfurt, IBAN DE93 40351060 007414319 „Hilfsgüter für Simbabwe“.

 

goethe

Dear Members and Friends,

Since the beginning of 2018, we were privileged to have Mr Wilson Mareya serve as our Head of Language. Wilson played a pivotal role in the Language department and set the pace for greater heights. As a result of his leadership the Society has managed to accomplish a lot in offering German as a foreign language. Wilson has at this stage decided to pursue other endeavours and we support him in his decision.  We are grateful for his contribution to the Zimbabwe German Society/ Goethe Zentrum Harare. 

On this note, the Head of Language position is now vacant. Please find attached the requirements for the post, we welcome applications. If you are interested please send your CV and cover letter to pr@goetheharare.org 
The call Deadline is 12.06.2020

Head of Language Call

Sincerely 
Taremeredzwa T. Chirewa

aus dem Mitteilungsblatt der Gemeinde Kernen

29. April 2020
Spendenaufruf für Bischof Nyandoro in Gokwe/Simbabwe
WhatsApp von Bischof Nyandoro:
„Corona bringt uns bereits um und wir haben keine Schutzkleidung, Desinfektionsmittel und einige andere nützliche Materialien. Wir halten nur soziale Distanz und Händewaschen mit Seife.“
Dieser Hilferuf erreichte uns von Bischof Nyandoro in der Provinz Gokwe/Simbabwe, wo die Not besonders groß ist. Zum ehemaligen Leiter des Lehrerseminars Bondolfi pflegen wir enge Kontakte, dieser wurde 2018 von der römischen Kirche zum Bischof ernannt und ist einer von 7 Bischöfen in Simbabwe.
Die Kernen-Masvingo-Gesellschaft sieht dringenden Handlungsbedarf und bittet um Spenden zur Beschaffung von Medikamenten, Desinfektionsmittel und Schutzmasken. Auch ist in einem Krankenhaus eine besonders aggressive Form von Malaria ausgebrochen, Infizierte in Verbindung mit dem Corona-Virus sind in hohem Maß gefährdet. Bitte spenden Sie unter dem Stichwort „Gokwe Schutzmasken“ auf das Konto:
Bishop NyandoroDeutsch-Simbabwische Gesellschaft e. V.
Kreissparkasse Steinfurt
DE93 4035 1060 0074 1438 19
Spendenbescheinigungen werden von der Deutsch-Simbabwischen-Gesellschaft ausgestellt – bitte vermerken Sie Name und Anschrift auf Ihrer Spende.
Die Kernen-Masvingo-Gesellschaft verfügt über Kontakte zu einem seriösen Pharma-Lieferanten in Simbabwe, der in den vergangenen Tagen erfolgreich Schutzmasken und Desinfektionsmittel nach Masvingo und Bondolfi geliefert hat. Ein großer Vorteil ist, dass die Überweisung auf die Nelson Mandela Bank erst nach Eingang der Lieferung erfolgt.
Bischof Rudolf Nyandoro bei
seinem Besuch in Stetten 2018

Für die Mitglieder der DSG war Dennis Goldberg ein großes Vorbild beim Kampf gegen den Rassismus und die damit verbundenen Apartheid auch in Simbabwe.

Ruth Weiss

GEHE GUT IN DIE NACHT

Nachruf auf Denis Goldberg

GoldbergDer 29. April 2020 : ein trauriger Tag. Denis Theodore Goldberg, der „sanfte Riese” wie jemand ihn einmal nannte, hat uns verlassen. Wir trauern um ihn, gleichzeitig feiern wir ein Leben der Aufrichtigkeit, des Muts und der unbeirrbaren Verteidigung des Rechts auf Gerechtigkeit jedes Menschen. Ein lieber Freund, den man vermisst und der unvergesslich bleibt. Der einzige Weiße, der im wichtigen Rivonia Prozess 1964 neben Nelson Mandela und sechs anderen Genossen stand, die vom Gericht zur lebenslänglicher Haft verurteilt wurden, wovon er 22 Jahre hinter Gittern verbrachte, ist nicht mehr unter uns. 

Südafrikas Präsident Cyril Ramaphosa hat verständlicherweise und äußerst angemessen drei Tage Staatstrauer für Denis angeordnet, während derer die Flaggen auf Halbmast wehen werden. Eine verdiente Ehre für einen Mann, dessen Bemühungen, Leiden – sein Leben! – zu einem freien Südafrika beigetragen hat. Denis war ein Mann, der für vieles stand, doch ein einziges Leitprinzip hatte: niemals den Kampf für soziale Gerechtigkeit aufzugeben.

Während die Konzodolenzschreiben und Ehrungen aus aller Welt die Familie, Denis' „House of Hope“, die Denis Goldberg Legacy Foundation erreichen, erinnern sich viele wie auch ich an unsere eigenen Begegnungen mit Denis. Er wurde 1933 in Kapstadt geboren, seine Großeltern waren den Schrecken der antisemitischen Angriffe der 1880er Jahre in Litauen nach London entkommen; von dort emigrierten seine Eltern Sam und Annie nach Südafrika. Denis' politisches Bewusstsein wurde im Elternhaus geweckt, sein Vater Sam war Mitglied der kleinen Kommunistischen Partei. Weder die Eltern noch Denis waren religiöse Juden.  Er hatte nichts gegen Judentum oder Juden, aber wie andere war er enttäuscht, dass die offiziellen Vertreter der Juden erst lange die Apartheid nicht verurteilten, später auch nur zaghaft. Vor allem hatten sie nicht die jüdischen Aktivisten unterstützt. Die Haltung des Vorstands der jüdischen Gemeinde Südafrikas (SA Jewish Board of Deputies)spiegelte das Dilemma jeder jüdischen Diaspora-Gemeinschaft wider – eigentlich das Dilemma jeder Diaspora Gemeinschaft: die richtige Balance zu finden zwischen Treue gegenüber dem Land, in dem sie zuhause ist, und dem Schutz der eigenen Gruppe. In Deutschland beteten Juden für das Wohl des Kaisers und Vaterlands, danach für die Weimarer Republik, in Groß-Britannien für das des Königs oder der Königin.

Seine zahlreichen Leistungen sind erstaunlich. Man braucht nur daran zu denken, dass er sofort nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis unermüdlich für die Anti-Apartheidbewegung tätig war.  Man braucht nur an seine Vereinigung „H.E.A.R.T.“ (Gesundheit, Erziehung und Aufbau) zu denken, die nicht nur Millionen Rand, sondern auch 3 Millionen Bücher für unterprivilegierte Kinder sammelte. Trotz seiner Krankheit bemühte er sich weiter erfolgreich für sein großartiges „Haus der Hoffnung“ in Houtbay für Jugendliche, das sein Erbe fortführen wird, Kinder zu unterstützen. Wer kann seine Vorträge und Diskussionen mit dem Publikum vergessen, die weltweit Zuhörer beeindruckten!? All das ging Hand in Hand mit seiner Integrität. Denis war keiner, der ruhig blieb, als einiges in seiner Partei, dem African National Congress, schief zu laufen begann. Er prangerte die Korruption öffentlich an und forderte den Rücktritt des ehemaligen Präsident Jacob Zuma, sein „einst mutiger Genosse”.

Man wird sich an derartiges und mehr erinnern. Meine erste persönliche Begegnung mit Denis war zur Zeit meines 70. Geburtstag, als Esme, Denis erste Frau und meine Freundin, mit ihm und anderen Freunden ein Wochenende auf der Isle of Wight verbrachte, wo ich damals lebte. Er war verärgert, als er erfuhr, dass wir einen Bus gemietet und ihn als Ehrengast nicht zur Kasse gebeten hatten. Er bestand darauf, seinen Beitrag zu zahlen. Dieses Zusammentreffen führte zu vielen weiteren im Lauf der folgenden 25 Jahre. Esme und Denis besuchten mich nach diesem Besuch regelmäßig auf der Isle of Wight, das letzte Mal im Dezember 1999, als Esme erkrankte und die Reise abgebrochen werden musste. Nur wenige Wochen danach verlor sie den Kampf mit dem Tod. Meine Freundschaft mit Denis brach keineswegs ab, nachdem er ins Kap, ich nach Deutschland gezogen war. Ganz besonders ehrte er mich, indem er einen Geburtstag von Mandela verpasste, um die Laudatio zu halten, als der Aschaffenburger Stadtrat sich entschieden hatte, eine Realschule nach mir zu benennen (eine große Ehre – aber irgendwie stehe ich nun mal stellvertretend für die einst blühende jüdische Gemeinde der Stadt.) Und er ehrte mich auch, als er bei der Eröffnung einer Ausstellung über mich und die Vorstellung der englischen Ausgabe meiner Biografie im Jüdischen Museum in Kapstadt anwesend war, das er zuvor nie betreten hatte. 

Es ist soviel über Denis zu sagen, über seine Lebenslust, sein Lachen, seinen Humor, sein Mitgefühl, seine menschliche Wärme. Ich möchte ein jiddisches Wort benutzen, das Jeremy Cronin, Denis ehemaliger, zu sieben Jahren verurteilter Gefängnisgenosse, sagte: Er war a mensch.

Lieber Denis, schreite gut in die Nacht!

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