Nachdem die Deutsch-Simbabwische Gesellschaft e.V. (DSG) im vergangenen Jahr mit einer großen Jubiläumsfeier im Afrikahaus in Berlin den 40. Geburtstag sowie die 25. Teilnahme beim „Bazaar Berlin“ auf der Berliner Messe gefeiert hat, kann die DSG im 41. Jahr des Bestehens auf viele positive Entwicklungen wie neue, jüngere Mitglieder, den Ausbau der Kooperationen mit anderen in Simbabwe tätigen Organisationen und einen Zukunftsworkshop blicken und hoffnungsvoll in die Zukunft schreiten.
In der Woche vom 5.-9.11.2025 hat die DSG auf der Messe Berlin in der Afrikahalle 11.2. beim „Bazaar“ wieder einen Aktionsstand. Er bietet viele Kontaktflächen. In diesem Jahr werden Exponate vom Maler Wilson Zuze aus Mutare im Zentrum stehen. Aber auch die Tierschutzorganisation „AWARE“ ist vertreten. Einen größeren Umfang hat in den letzten Jahren die Beratung für individuelle Reisen nach Simbabwe erhalten.
Am Samstag, den 8.11.2025 um 17 Uhr findet im Afrikahaus, Bochumerstr. 25, Berlin die Jahreshauptversammlung der DSG statt.
Trotz aller digitaler Kommunikation sind regelmäßige Besuche in Simbabwe notwendig, um direkt mit den Partnerorganisationen in Kontakt zu sein. Neben Besuchen einzelner DSG-Mitglieder bietet die DSG auch Studienfahrten an, bzw. unterstützt bei der eigenen Organisation. Im März 2026 nehmen 16 Personen an einer Studienfahrt teil.
1. Zukunftsworkshop
Um lebendig und arbeitsfähig zu bleiben, braucht jede Organisation von Zeit zu Zeit neue Impulse und Updates.
Auf Anregung des DSG-Mitglieds Klaus Kopp, der als Unternehmensberater die Transformation vieler Unternehmen begleitet hat, lud die DSG nach Rheine zu einem Zukunftsworkshop am Samstag, den 21.6.2025 ein. Knapp 30 Mitglieder aus der gesamten Bundesrepublik nahmen daran teil.
Das persönliche Kennenlernen und die eigene Motivation, in der DSG aktiv zu sein, waren ein wichtiger Baustein des Treffens, da viele junge und neue Mitglieder der DSG anwesend waren. Persönliche Kontakte, Kunstausstellungen, Workcamps, gezielte Unterstützung von Projektpartnern in Simbabwe, Studienfahrten und Bildungs- und Informationsangebote wurden als wichtige Aktivitäten der DSG beschrieben. Es bildeten sich Arbeitsgruppen, die in Zukunft konkretisieren werden, welche Ziele die DSG in der Zukunft verfolgt wird. Wichtig wird auch die Frage sein, wie die Leitungsfunktionen auf jüngere Mitglieder übertragen werden wird, das langjährige Knowhow der „alten Hasen“ einfließen kann und bestehende Netzwerke erhalten bleiben.
Die Arbeitsgruppe „Social Media“ wurde bereits aktiv. Maja Schöpper und Henriette Meyer richteten nicht nur einen Instagram Account ein, sondern entwarfen auch ein neues Logo für die DSG.
Die Farben der deutschen und der simbabwischen Flaggen werden zu einem geöffneten Kreis, in dessen Mitte viele unterschiedliche Aktivitäten ein zu Hause finden. Bei Instagramm ist die DSG zu finden unter „dsg19_84“.
2. Berufliche Bildung in Kooperation mit der ZWA
Die DSG hat mit der Zimbabwe Workcamps Association (ZWA) seit 1995 eine kontinuierlichen und verlässlichen Kooperationspartner. Die ZWA organisiert für deutsche und simbabwische junge Erwachsene Freiwilligeneinsätze im Bereich „Community development“ inDörfern, sozialen oder ökologischen NGOs, Schulen etc.
Die ZWA unterstützt und berät die DSG darüber in vielen organisatorischen Angelegenheiten, die von Deutschland aus schwer zu regeln sind.
Gemeinsam mit der ZWA bietet die DSG seit 2023 ein kleines Stipendienprogramm an. Benachteiligte Jugendliche können im Berufsbildungszentrum „Young Africa“ in

Elias und Takudzwa
Chitungwiza eine 1-jährige praktische Ausbildung erhalten. Die Auswahl der jungen Menschen, denen die DSG für ein Jahr den Besuch des Trainingszentrums „Young Africa“ (YA) ermöglicht, übernimmt die ZWA. Neben der sozialen Bedürftigkeit sind die ausgewählten jungen Erwachsenen Mitglied der ZWA und engagieren sich ehrenamtlich trotz eigener schwieriger Lebensumstände.
Wir freuen uns sehr, dass bereits 3 Ausgebildete ihren Abschluss geschafft haben. Im Juli beendeten Elias und Takudzwa erfolgreich die Ausbildung. Sie sind derzeit bei ihren Praktikumsfirmen angestellt. 4 Auszubildende sind in der Praxisphase.

Bonmache Mazvi (hier bei der Montage auf einem Dach) ist in der Praxisphase. Er hat gerade einen Förderpreis von YA über 1000 US$ gewonnen für innovative Ideen in der Solartechnik. Seine Praktikumsfirma durfte er auf der großen Landwirtschaftsshow in Harare vertreten und nimmt auf Vorschlag von YA an verschiedenen Förderworkshops teil.
Derzeit haben 2 neue Azubis haben das Theoriemodul begonnen. Wycliffe Chiwanza wird 20 Jahre alt. Er lebte bei der Großmutter bis zu ihrem Tod, da seine allein-erziehende Mutter als Haushaltshilfe in Südafrika lebt. Nach Abschluss der Sekundarschule gab es keine weiteren Ausbildungsmöglichkeiten. Er besucht nun die Elektrikerklasse bei Young Africa.

Abba Mudariki, 20 Jahre alt (Foto), wuchs in der sehr armen Region Gokwe Nord ebenfalls bei seiner Großmutter auf. An der Zumba Sekundarschule schaffte er trotz schlechter Bedingungen einen O-Level. Sein Onkel Moses, aktives Mitglied der ZWA, holte ihn nach Bulawayo, wo er als Freiwilliger der ZWA regelmäßig in Hillside bei dem ökologischen Erhalt eines Feuchtgebietes hilft. Er macht die Ausbildung als Automechaniker.
3. Aktivitäten der DSG
Zum 150. Todestag am 4. April 2025 von Karl Mauch lud die Kernen Masvingo Gesellschaft zu einer Festveranstaltung nach Kernen ein, an der auch Vertreter der DSG teilnahmen.
Karl Mauch bereiste als Forscher das südliche Afrika, wo er auch als einer der ersten Weißen die Ruinenstadt Great Zimbabwe sah und davon berichtete. Von einem Stuttgarter Friedhof wurde der alte Grabstein von Karl Mauch auf den Friedhof in Kernen gebracht. Die Kernen Masvingo Gesellschaft organisierte einen informativen Abend über den Forscher Karl Mauch. Der umfassende Vortrag von Reinhard Urbanke erscheint in dieser Ausgabe von ZiF.
Ein besonderer Eyecatcher war der Jubiläumswein mit dem Konterfei Mauchs.

Kunstausstellungen sind eine gute Möglichkeit, mit Menschen über Simbabwe und die Arbeit der DSG ins Gespräch zu kommen. Erlöse werden an die DSG gespendet.

Im Juni fand an 2 Wochenenden eine Kunstausstellung mit simbabwischen Skulpturen im Garten Hemker in Rheine Elte statt. Simbarashe Absolom Murondoti, Rechtsanwalt und ehemaliger Vorsitzender der Zimbabwe German Society in Harare war auf Einladung des DSG-Mitglieds Heidi Kaiser im Münsterland. Einige DSGler nutzen die Chance, Simbarashe und seine Familie zu treffen.
Vom 17.7.2025 – 3.8.2025 war die DSG auf dem Weingut Bayer in Esslingen mit einer Ausstellung, die durch unser Mitglied Inge Rembold vermittelt wurde. Peter Friedrich, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Stuttgart, K. und R. Hemker sowie Christian Fleischer, Vize-Präsident der DSG und Vorsitzender der Kernen-Masvingo-Gesellschaft, eröffneten die Ausstellung.

Die DSG kooperiert mit dem Verein „Afrikanische Perspektiven“ in Münster. Die DSG förderte die Veranstaltung mit dem Schriftsteller Lutz van Dijk, der die überarbeitete Neuausgabe seines Buches „Afrika – Geschichte und Vielfalt eines Kontinents. Neu erzählt mit afrikanischen Stimmen“ vor. Ein lesenswertes Buch! Dank einer gemeinsamen Öffentlichkeitsarbeit kamen über 120 Besucher. Mehr Infos gibt es hier: https://münster-ist-bunt.de/2025/06/28/afrika-geschichte-und-vielfalt-eines-kontinents
Im Kulturgewächshaus Birkenried/Gundelfingen an der Donau, in dem Franz Keck seit vielen Jahren mit „Little Zim“ beheimatet ist, stellte Klaus Kopp das Buchprojekt „Loice. Vom Schatten ins Licht“ im Rahmen des Pfingstfestival vor. Ferner steht Klaus Kopp mit der Organisation „Manager ohne Grenzen“ (https://www.managerohnegrenzen.de/ ) in Kontakt und wird der DSG mittelfristig ein neues Kontaktfeld erschließen.
Dirk Osterndorff vertrat die DSG auf dem Afrikafestival in Wiesbaden.

Einen atemberaubenden Vortrag über ganzheitlichen Biodiversitätsschutz in Simbabwe erlebten Mitglieder der DSG und zahlreiche Besucher am Montag, den 22.9.25 in Münster. Anlässlich des Welttags des Nashorns informierte Dr. Martin Kessler, Vorsitzender der Organisation AWARE Germany (https://www.aware-germany.de) und DSG-Mitglied, auf Einladung der DSG über die Arbeit von AWARE in Simbabwe. In den Nationalparks Chipinge und Lake Kyle unterstützt AWARE die Arbeit der Wildhüter durch verbesserte Ausrüstung, Funk, Wohnmöglichkeiten in den Camps und eine gute Ausbildung. In beiden Parks führt AWARE die Enthornung der Nashörner durch. Ein wichtiger Baustein zum Schutz der Tiere – angesichts eines Kilopreises von bis zu 100.000 US$ für das Horn.
Im Chipinge Nationalpark baut AWARE einen Schutzzaun entlang einer Hauptstraße und einem dicht besiedelten Gebiet. Im Dorf Condo hilft AWARE beim Bau und Ausstattung einer Schule, dem Brunnenbau. Generell führt AWARE Impfungen von Haustieren, insbesondere gegen Tollwut durch. In Tsholotsho gibt es ein einmaliges Eselprojekt, in dem die Esel gesundheitlich betreut werden. Da viele Erkrankungen durch schlechtes Zaumzeug entstehen, rief AWARE ein Frauenprojekt ins Leben, in dem preiswertes, sicheres Zaumzeug hergestellt wird und den Frauen ein kleines Einkommen sichert.
4. Hilfe zum Happy End – DSG ermöglicht Trauung
Im Sommer 2024 wollten R.W. und L.H. (die beiden möchten nicht genannt werden) auf einem Standesamt das Aufgebot bestellen. Dabei erfuhren sie, dass die 1963 in Umtali/Rhodesien (heute Mutare) ausgestellte Geburtsurkunde nicht anerkannt wurde, weil es den Staat Rhodesien ja seit 1980 nicht mehr gibt. Der vorgeschriebene Weg: Ein simbabwisches Ministerium in Harare muss die Geburtsurkunde bestätigen, danach muss diese zur deutschen Botschaft in Harare gebracht werden und dort vom deutschen Konsulat beglaubigt werden.
Die Verlobten schrieben die Behörde an – und hörten nie wieder etwas von der Geburtsurkunde.
Über viele Umwege kam im April 2025 ein Gespräch mit der DSG zustande, die Hilfe wusste:
Die DSG stellte den Kontakt zum Rechtsanwalt Simbarashe A. Murondoti her, der den ganzen Prozess in die Wege leitete. Ende September wurde die Urkunde zugestellt. Die DSG freut sich über das Happyend und wünscht dem zukünftigen Ehepaar alles Gute.

Danke schön für eure Unterstützung
Ohne unsere Mitglieder und ihre großzügige Unterstützung könnte sich die DSG nicht in Simbabwe engagieren. Darum möchten wir Danke! Tatenda! Siyabonga sagen an,
– Inge Rembold, Esslingen und Daniel Raatgering, Rheine, die ihre Geldschenke zum 80. bzw. 30. Geburtstag für die berufliche Bildung bei Young Africa bereitgestellt haben.
– Thomas Offermann und der Eine-Welt-Kreis e.V. Vreden mit der Vorsitzenden Monika van Beek fördern durch ihre Spende je einen Ausbildungsplatz.
Daniel Raatgering sagt über die DSG und sein Engagement:
„ Ich habe von Reinhold und Kerstin viel über Simbabwe gehört. Ich möchte Menschen helfen, die viel weniger haben als ich. Bei der DSG kann ich sicher sein, dass meine Spende dort ankommt.“
