
Dieses Motto hat Vongai Monica Mujakachi nicht nur für ihre Kandidatur 2024 auf der Liste „Trier für alle“ für den Beirat für Migration und Integration gewählt, sondern es kann als auch als roter Faden für ihr Leben in Simbabwe und Deutschland, ihre Kunst und ihre Persönlichkeit angesehen werden.
Vongai Monica Mujakachi blickt auf eine für simbabwische Frauen ungewöhnliche Biographie zurückblicken. 1998 in Simbabwe als Tochter einer Verkäuferin und eines Bierbrauers geboren wuchs sie überwiegend in Bulawayo auf und legte ihr Abitur an der Inyanda High School ab. Schon mit 12 Jahren war sie regelmäßiger Gast in einer öffentlichen Bibliothek und verschlang die Bücher nicht nur simbabwischer Schriftsteller. Den Wunsch „Ich will auch schreiben“ setzte sie ab 14 Jahren regelmäßig in die Wirklichkeit um. Sie schrieb früh über ihre Gefühle, Hoffnungen und Ängste. „Schreiben war und ist für mich bis heute wie eine Therapie,“ sagt Vongai Monica Mujakachi. Der schulische Debattierclub und ihre aktive Mitarbeit in ihrer Kirchengemeinde weckten ihr Interesse an der öffentlichen Rede.
Gedichte schreiben und Freude an der öffentlichen Rede – da ist der Schritt zum Poetry-Slam nicht weit. Und die vielseitige Künstlerin, die nicht nur 15 Bücher veröffentlicht hat, sondern auch eine begabte Schauspielerin und Tänzerin ist sowie Perlenschmuck herstellt, hat bereits einige Preise gewonnen. Sie war 2022 offizielle Vertreterin der Stadt Trier beim Rheinland-Pfalz Poetry Slam. 2023 gewann sie die Trierer Stadtmeisterschaft im Poetry Slam. In Kooperation mit dem Projekt Kulturraum Trier leitet sie Poetry-Workshops an Schulen und moderiert zusätzlich eine Comedy-Show für Frauen. Am 21. Juni 2025 kürte das Publikum sie zur diesjährigen Trägerin des Karl Marx Poesie Preis der Stadt Trier.
Einem zunächst unglücklichen Zufall ist es zu verdanken, dass dieses Multitalent in Deutschland lebt und sich hier künstlerisch und politisch für eine menschliche Gesellschaft einmischt. „Französisch als Sprache hat mich fasziniert und ich konnte es auf der Schule lernen. Mein Ziel war, Dolmetscherin zu werden. Leider wurde das französiche Förderprogramm eingestellt und ich musste mich neu orientieren,“ erzählt Vongai Monica Mujakachi, die auch unter dem Künstlernamen Monica Bliss auftritt. Die sprachbegabte Künstlerin lernte in Bulawayo Deutsch, und konnte 2019 als Au-Pair nach Wittlich kommen. Daran schloss sich ein Freiwilliges Soziales Jahr in einer Kita an. Nach der Ausbildung zur Sozialassistentin setzte Vongai Monica Mujakachi ihren beruflichen Weg fort und absolviert derzeit die Ausbildung zur staatlich geprüften Erzieherin in Trier.
Bemerkenswert sind ihr Engagement und ihre Freude sich einzumischen. Ungerechtigkeit Frauen gegenüber, Altersdiskriminierung, der Missbrauch von Kindern in jeglicher Hinsicht, Rassismus und Gewalt – dagegen schreibt und spricht die Künstlerin. Aus dem Wissen heraus, dass wir Menschen „Wandelnde Leichen“ sind – so der provokante Titel ihres letzten Buches – formuliert sie ihren Aufruf, der Menschlichkeit eine Stimme zu geben. „Warum nutzen wir die begrenzte Zeit unseres Lebens nicht für Liebe, Aufmerksamkeit und Hoffnungsimpulse?“ fragt sie sich.
Mit ihren vielen Talenten mischt sie sich in diesem Sinne in die Gesellschaften ein. In Simbabwe z.B. im „Love Child Trust”, als Gründungsmitglied der „Moon-Rays of Hope Foundation“, beides Organisationen, die die Lebensverbesserung von Menschen in Simbabwe verfolgen. In Deutschland lebt sie die Botschaft der Menschlichkeit, in der man ohne jedes Klischee Anklänge zur afrikanischen Ubuntu-Philosophie entdecken kann, als Poetry-Slammerin und Schauspielerin z.B. in Schulen, Workshops oder auch in Altersheimen. Neuerdings ist sie auch aktiv in der Deutsch-Simbabwischen Gesellschaft e.V., die die kulturellen Beziehungen zwischen Deutschland und Simbabwe seit über 40 Jahren fördert.

Aber das letzte Wort sei Vongai Monica Mujakachi gegeben.
Misch dich ein!
Eine Tasse Unwissenheit.
1 Esslöffel Ungerechtigkeit im System.
Ein Teelöffel kalte Blicke.
Vergiss nicht, die salzigen Komplimente zu streuen.
Mische die herzlosen Zutaten mit flüssiger Hautfarbe und backe sie.
Da hast du dein brutzelndes Rassismusbrot.Guten Appetit.
Das Brot ist sauer, geschmacklos und ungenießbar.
Es ist steinhart zum Kauen,
zu bitter zum Schlucken.
Doch jemand hat die Frechheit, es zu backen
Und keine Reue zu empfinden.
Ich würde lieber verhungern als es zu essen.
Social Media hat es auch so einfach gemacht, das Brot zu backen
Die Witze, Memes
Diese Videos sind überhaupt nicht lustig
Sie sind hasserfüllt, grausam und verletzend!
Ich kann die Bäckerei nicht schließen
Du kannst die Bäckerei nicht schließen
Nur wenn wir uns zusammentun, können wir sie schließen.
Wenn du in der Bäckerei arbeitest, bist du schuldig
Wenn du in der Bäckerei kaufst,
bist du schuldig!
Wenn du nur die Hände faltest und zuschaust,
bist du schuldig!
Wir brauchen eine gute Mischung
So Misch dich ein, zusammen lass uns
Mischbrot machen ,
und genießen es in Harmonie.
Sei ein barmherziger Samariter!
Zeige Mitgefühl
Sieh nicht nur zu und geh vorbei
Misch dich ein!
Kerstin Hemker
Pastorin i.R., Botschafterin für Brot für die Welt
Öffentlichkeitsarbeit in der Deutsch-Simbabwischen Gesellschaft e.V.
Mitglied des Kirchenpartnerschaftskomitee des ev. Kirchenkreises Steinfurt – Coesfeld-Borken
Mitglied im Zimbabwe Netzwerk