DSG

PORET - Agrarökologisches Projekt

Der „Participatory Organic Research and Extension Training Trust“ (PORET) entwickelte sich seit 1996 durch das große persönliche Engagement von Julious Piti und seiner Frau Taurai Mutembedzi auf zunächst 14 Hektar trockenem Land in den Chimanimanibergen an der Grenze nach Mosambik. Diese Region ist ökologische zunehmend benachteiligt durch Dürre oder zu viel Regen, der in den Bergen alles wegspült. Aber auch Brandrodung, Überweidung und fehlende Bodenschutzmassnahmen in der Landwirtschaft haben die Auswirkungen des Klimawandels verschärft.

Dort verwandelte PORET durch Agrarökologie  und Permakultur das dürre Land in ein kleines grünes Paradies. Im Zentrum der Agrarökologie wird aus vorhandenen Ressourcen Biodünger hergestellt, der den Boden düngt und Bäumen, Obstbäumen, stickstoffbindende Hülsenfrüchten die Lebensgrundlage gibt. Der Grundgedanke hinter PORET ist nicht gegen, sondern mit der Natur zu arbeiten.
Beeindruckend ist z.B. wie mit einfachen Methoden wie Gräben anlegen und sie mit heimischen Bäumen am Rand  zu pflanzen, Wasser aufgefangen und langfristig gehalten und gespeichert werden kann.

Die armen Kleinbauern der Region entwickelten großes Interesse an den Methoden der Permakultur. Aus regelmäßigen Kontakten bildete sich der „Chaseyama Permculture Club“, der seit 2006 mit Kleinbauern der Region unterschiedliche Trainingsprogramme entwickelt und durchführt.
Gemeinsam entscheiden die Kleinbauern, wie sie die natürlichen Ressourcen bewirtschaften und dabei das Ökosystem stabilisieren. So sichern sie nachhaltig ihre Nahrungsmittelproduktion und wirken der Abwanderung gerade junger Menschen in die Städte und dem Klimawandel entgegen.
Für junge Menschen, die von der hohen Arbeitslosenquote in Simbabwe besonders betroffen sind, hat PORET einen Kurs entwickelt, in dem die jungen Menschen in Permakultur geschult werden und dann ihr Wissen in ihren Gemeinschaften anwenden und umsetzen. Wichtig ist PORET, mit den Kleinbauern zu arbeiten, ihr traditionelles Wissen einzubeziehen und langfristige Bildungsprozesse zu begleiten.

Chaseyama ist das kleine Zentrum von PORET geworden. Dort gibt es einfache Unterkünfte, die auch von Besuchern gemietet werden können, eine einfache Küche und einen überdachten Schulungsraum.

Die DSG e.V. unterstützt PORET durch Werbung für Besuche und Übernachtungen von Gästen, kleine Zuschüsse beim Bau der Küche und der Vermittlung von Workcamps deutscher Teilnehmer.

Weitere Informationen über PORET: https://www.poret.org/

Workcamps bei PORET

Seit 2022 kann die DSG e.V. mit ihrem simbabwischen Partner  ZWA  Interessierten Workcamps in PORET anbieten.

Die Teilnehmer der Workcamps  bekommen einen guten Eindruck, wie PORET und die Kleinbauern miteinander arbeiten. Sie werden Teil dieser gemeinschaftsorientierten Agrarökologie. Ihre Berichte zeigen, wie lebhaft und interessant das Miteinander ist und wie der interkulturelle Austausch geprägt wird. Mit dem Bericht der letzten beiden Teilnehmer Sina Knecht und Michel Schwank wird gezeigt, welche Möglichkeiten des solidarischen interkulturellen Lernens bei PORET bestehen. Im Folgenden haben die Beiden Aktivitäten aufgeschrieben, die Ihnen während des Aufenthalts bei PORET besonders in Erinnerung geblieben sind.

Highlights von Sina Knecht und Michel Schwank

  • Der erste Abend am Lagerfeuer mit Amos, Shedreck, Talent und Heaven, gemeinsam zu scherzen und sich gegenseitig kennenzulernen
  • Einige Floskeln in der Sprache der Shona zu lernen hat super viel Spaß gemacht und wir bekamen freundliche Unterstützung von allen Mitarbeitenden
  • Das traditionelle Essen, Sadza gemeinsam mit allen anderen zu essen
  • Die Freiheit, keinen Zeitplan zu haben und in jeden Arbeitsbereich hineinschauen zu dürfen
  • Mit Talent und Takudzwa in den Bergen wandern zu gehen und das Dorf Chayamiti kennenzulernen
  • Mit Joyleen und anderen Küchenmitarbeitenden zu lernen, wie man Sadza kocht
  • Den typischen süßen Tee mit Milch und viel Zucker mit Courage zu probieren und zuzubereiten, den wir wahrscheinlich auch zu Hause weiter trinken werden
  • Eine Führung durch das Poret Grundstück und Erklärung aller Maßnahmen und Projekte mit Blessing
  • Die Übernachtung in einer traditionellen Hütte war eine einmalige Erfahrung
  • Unser Interesse an der Arbeit der Mitarbeitenden kam gut an, und sie beantworteten alle unsere Fragen ausführlich
  • Anders als in anderen Teilen des Landes ist das Wasser hier problemlos trinkbar, da es aus einem Bohrloch kommt
  • Zugang zu Internet und Strom, wenn die Solaranlage läuft, definitiv keine Selbstverständlichkeit im Busch
  • Transport und Abholung von und zur Hauptstraße, dank Amos, Heaven und Shedreck
  • Wässern des Gartens mit Talent; dabei haben wir viel über die einheimischen Pflanzen gelernt und wie man mit ihnen umzugehen hat
  • Planung der Zukunft des Ökotourismus in Poret mit Julious
  • Exkursion zu einem der Projekte von Poret mit Blessing
  • Dreh eines Videos und Schnitt mit Amos
  • Einen Ausflug mit Amos und Takudzwa zu den Bridalfällen
  • Erleben der Berge und Höhlen des Chimanimani Nationalparks mit Eddie
  • Gestaltung des Flyers für das Saatgut- und Essensfestival mit Amos
  • Takudzwa kennenzulernen und so viel Zeit mit ihm in Poret und sogar in den Bvumba-Bergen und in Mutare zu verbringen
  • Den kulturellen Austausch mit Shedreck, Talent und allen Dorfbewohnern des Workshops zu führen
  • Von Shedreck über die Bewirtschaftung von Wasserreservoirs zu lernen
  • Dreh eines Videos für den Ökotourismus mit Shedreck und Julious
  • Wanderung zum Dorf Jinga mit Blessing
  • Hilfe bei der Errichtung eines Kraalzauns im Dorf Jinga mit Virginia
  • Genießen des wunderschönen Sonnenuntergangs vom Aussichtsturm, der zeitgleich als Wasserspeicher dient
  • Lernen, wie man ein Huhn schlachtet und zubereitet mit Talent
  • Reparieren von kaputten Autos mit Shedreck und Talent

Abschiedsgruß

„Liebes PORET Team, vielen Dank, dass ihr diese Erfahrung so außergewöhnlich gemacht habt! Wir haben noch viele weitere Erinnerungen in unseren Köpfen, es waren einfach zu viele, um sie alle aufzuschreiben. Wir werden auf jeden Fall wiederkommen und euch wieder besuchen. Jeder Einzelne von euch hat auf seine Art und Weise dazu beigetragen. Bleibt, wie ihr seid und setzt euch weiter für eine bessere Zukunft ein.“

 

Bericht von Karla Barello und Nico Wendker

Wir kamen am Donnerstagabend auf der Projektseite in Chaseyama an und begannen unsere Zeit dort mit einem köstlichen Essen in guter Gesellschaft. Familie Piti, die Gründer von PORET, hieß uns herzlich willkommen. Nach einer erholsamen Nacht in unseren Hütten, nahmen wir an einem Feldtag teil, um zu beobachten, wie die örtlichen Bauern ihre Herausforderungen und Erfolge bei der Umsetzung agrar-ökologischer Methoden austauschen. Zwei PORET Mitarbeiter, Heaven und Virginia, waren vor Ort, um die Bauern bei ihren Problemen, die sie haben, zu beraten und ihnen zu helfen. Immer wenn die Mitarbeiter der Organisation vor Ort sind, um die Mitglieder des jeweiligen CPC (Chaseyama Permaculture Club) zu unterstützen, tauschen sie ihre Erfahrungen aus und versuchen, sich gegenseitig zu helfen.

Am Wochenende haben wir die Zeit genutzt, um das große Gelände und die umliegenden Berge mit Amos, dem Sohn von Herrn und Frau Piti, zu erkunden. Außerdem unterhielten wir uns mit Judith, einer Freiwilligen, die sechs Wochen vor uns ankam. Sie erzählte uns, welche Projekte sie begonnen hat und welche Möglichkeiten es gibt, sich zu engagieren. Das hat wirklich geholfen, einen Überblick zu bekommen und zu sehen, welche Möglichkeiten es gibt.

Unsere erste Arbeitswoche begann mit einer Teambesprechung am Morgen. Wir wurden dem gesamten Team vorgestellt und uns wurde gesagt, dass wir bei jeder Aktivität mitmachen könnten.

Wir könnten sogar unsere eigenen Projekte starten, wenn wir Lust dazu hätten. Das klang sehr verlockend, aber zuerst wollten wir alle Aufgaben der regulären Mitarbeiter kennenlernen.

Hier konnten wir die Methoden zur Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit und zur Wassergewinnung aus erster Hand kennenlernen. Wir machten Doppel-Gräben, lockerten den Boden auf, beteiligten uns beim Pflanzen und mehr. Phillip hat viel in seinem Garten gearbeitet und zeigte uns alles, was er wusste und wie es funktioniert. Zuerst mussten wir zuschauen, um zu lernen, wie es geht. Aber danach konnten wir es selbst machen. Es hat wirklich Spaß gemacht, sich das Wissen anzueignen, indem man seine Hände benutzt und die Informationen zur Abwechslung mal nicht aus einem Buch entnimmt.

Da wir es jedoch nicht gewohnt waren, stundenlang in der Sonne zu arbeiten, erledigten wir während der heißesten Stunden des Tages Büroarbeiten. Wir entwarfen eine Karte und ein Faltblatt für künftige Besucher, damit sie sich in der Gegend besser zurechtfinden. Dies ist wichtig für PORET, denn sie wollen ein offizieller Ferienort werden und mit den Einnahmen, die durch die Touristen generiert werden, alle Kosten für das Zentrum ausgleichen.

Ein weiterer Feldtag stand ebenfalls auf dem Programm. Unser Wochenende wurde mit einigen unserer neuen Freunde verbracht. Wir fuhren ins Bvumba-Tal und besuchten mit Familie Piti die Kirche in Mutare. Diese persönlichen Kontakte waren für uns sehr wichtig, um einen Einblick in das Leben, die Herausforderungen und Lösungen der Menschen in Chaseyama und den umliegenden Dörfern zu bekommen.

Die Menschen in der Organisation, aber auch außerhalb, waren einladend und offen und berichteten über ihre Weltanschauung und die Probleme, mit denen sie konfrontiert sind. Viele Leute stellten Fragen über unser Leben und wir konnten uns über die Erfahrungen austauschen, die wir in verschiedenen Teilen der Welt gemacht haben.

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